Was ist der Zoll und was beinhalten die Zollgebühren?

Der Zoll beinhaltet alle Einfuhrabgaben, die beim Import nach Deutschland anfallen. Das ist einerseits die Einfuhrumsatzsteuer von 19% im Inland auch bekannt als Mehrwertsteuer (MwSt.) oder Umsatzsteuer (USt.), sowie alle weiteren eventuell fälligen Abgaben, wie z.B. Antidumpingzölle oder sonstige Einfuhrzölle, die auf bestimmte Warengruppen erhoben werden.

Wie verhält es sich mit dem Zoll beim Import von Smartphones und Tablets aus China?

Auf Smartphones und Tablets wird beim Import aus China lediglich die Einfuhrumsatzsteuer von 19% fällig, weitere Zollgebühren fallen auf Smartphones und Tablets aus China nicht an.

Zu beachten ist hier, dass die Einfuhrumsatzsteuer eine Bringschuld des Käufers ist.

Eine Liste mit den verschiedenen Zollsätzen finden Sie direkt beim deutschen Zoll hier:
Zollsätze beim Import verschiedener Waren aus China

Bestehen Freigrenzen beim Import aus China?

Zoll und Steuern beim Import von Smartphones und Tablets aus China

Prinzipiell sind alle Waren bis zu einem Wert von 22 Euro komplett einfuhrabgabenfrei. Es fallen also nach Artikel 23 und 24 Zollbefreiungsverordnung) weder Einfuhrumsatzsteuer noch sonstige Zollabgaben an.

Bei einem Wert von 22 Euro bis 150 Euro fällt lediglich die Einfuhrumsatzsteuer von 19% an und keine weiteren Zollgebühren. Ab 150 Euro würde dann wieder eine Zollpflicht über die Einfuhrumsatzsteuer hinaus bestehen. In unserem Fall von Smartphones und Tablets ist das aber irrelevant, da sie lediglich der Einfuhrumsatzsteuer von 19% unterliegen und sonst keine weiteren Zollgebühren anfallen.

In der vereinfachten Übersicht:

Wert der Ware (kompletter Rechnungsbetrag):

Bis 22 Euro: Einfuhrabgabenfrei. Weder Einfuhrumsatzsteuer noch sonstige Zollgebühren.
22 bis 150 Euro: Lediglich Einfuhrumsatzsteuer von 19%, keine weiteren Zollgebühren
Ab 150 Euro: Einfuhrumsatzsteuer von 19%, plus eventuelle Zollgebühren. Im Falle von Smartphones und Tablets aus China aber irrelevant.

Wie verhält es sich mit der Einfuhrumsatzsteuer von 19%?

Die Einfuhrumsatzsteuer ist eine Bringschuld des Käufers. Das bedeutet, wenn die Sendung ohne Erfassung durch den deutschen Zoll geht und dem Käufer die Einfuhrumsatzsteuer nicht berechnet wird, ist er verpflichtet, dies beim zuständigen Zollamt anzuzeigen und die Ware nachzuversteuern.

Tut er das nicht, macht er sich der Steuerhinterziehung schuldig. Bei einer eventuellen Prüfung ist auch der Käufer nachweispflichtig, dass er die Einfuhrumsatzsteuer von 19% entrichtet hat.

Das sind leider einfach die Fakten. Auch wenn viele darauf spekulieren, die Steuer beim Handy kaufen nicht zahlen zu müssen ist davon abzuraten, auch wenn die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden sehr gering erscheint. Auch eine Versicherung, die manche Shops aus China anbieten, welche die Einfuhrumsatzsteuer ersetzen, falls der Zoll das Paket kontrolliert sind hier nicht die Lösung, sondern eher ein Indiz, dass man versucht hat, die Einfuhrumsatzsteuer zu unterschlagen.

Ein besonderes Problem tritt hier bei Gewerbetreibenden auf, welche die Rechnung eventuell sogar in der Buchhaltung erfassen und das Gerät steuerlich geltend machen wollen. Bei einer Betriebsprüfung könnte hier natürlich die Frage nach der Einfuhrumsatzsteuer aufkommen. Bei Besonderheiten werden wir versuchen in dem jeweiligen Handy Test darauf einzugehen und auf Fallstricke hinzuweisen.

Was ist bei der Einfuhrumsatzsteuer zu empfehlen?

  1. Bei Versand aus China ist grundsätzlich zu empfehlen, die Einfuhrumsatzsteuer auf die ein oder andere Weise zu entrichten.
  2. Bei Versand aus Deutschland sollte die Einfuhrumsatzsteuer im Kaufpreis enthalten sein und somit sollte es auch möglich sein, eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer zu erhalten, da der Händler diese beim Import nach Deutschland entrichten musste. Ansonsten stellt sich tatsächlich die Frage, wie die Geräte nach Deutschland gelangt sind.

Kommentare (2)

    1. Ralf Post author

      Hallo Holger,
      nur wenn der Händler in Deutschland sitzt. Wenn man in China kauft, kann der Shop das von dort gar nicht machen. In dem Fall ist der Importeur dafür verantwortlich und das ist in dem Fall derjenige, der es in China kauft und den Vorgang auslöst. Also der Käufer in Deutschland. Aus diesem Grund übernimmt z.B. DHL ja die Zollgebühren und berechnet sie weiter, sobald der Zoll die Sendung „erwischt“. Nur weil der Zoll nicht alles erwischt befreit das nicht von der Pflicht der Steuerzahlung.

      Bei Versand aus Deutschland oder der EU schaltet der Shop einen Importeur dazwischen. Aber auch da haben wir es noch nie geschafft einen Nachweis zu erhalten, dass es korrekt abgelaufen ist.

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