Xiaomi hat inzwischen viele Modelle auf dem Markt und zu den beliebtesten zählt die „Mi“-Reihe. Mit dem Mi6 bringt Xiaomi sein Top-Smartphone auf den neuesten Stand und perfektioniert es zugleich weiter. In diesem Testbericht möchten wir klären, wie viel besser das Mi6 im Vergleich zum Vorgänger geworden ist und ob sich Xiaomi viele Fehler erlaubt hat.

Wir haben uns für die komplett schwarze Variante des Mi6 entschieden. Bei dieser verschmilzt das Display mit dem Body und wirkt damit wirklich gut abgestimmt. Wie gewohnt, gibt es mehrere Varianten des Smartphones und man muss sich entscheiden. Die Unterschiede zwischen den Varianten sind zum Glück nicht zu groß und nicht technischer Art, was in der Vergangenheit öfter der Fall war. Das Mi6 basiert auf einem Snapdragon 835 SoC von Qualcomm und nutzt damit gleich 8 Kryo 280 Prozessoren, die bei 2,45 GHz takten und im aktuellen 10-nm-Verfahren gefertigt werden. Für ordentlich Grafikleistung sorgt der Adreno 540 Chip, der auch wichtige APIs wie OpenGL ES 3.2, OpenCL 2.0 full, Vulkan und sogar Microsofts DirectX12 unterstützt! Damit das System flüssig funktioniert und auch bei intensivem Multitasking nicht in die Knie geht, haben alle Varianten gleich 6 GB Arbeitsspeicher in Form von LPDDR4x bei 1.866 MHz. Beim fest verlöteten ROM-Speicher muss man sich dann entscheiden zwischen 64 GB und 128 GB. Xiaomi macht sich hier den Universal Flash Storage (UFS), zu nutzen, der laut Qualcomm mit UFS2.1 Gear3 2L spezifiziert ist. Diese beide Varianten gibt es in den Farben Schwarz, Blau und Weiß.

Xiaomi Mi6 Keramik/Ceramic Version

Als Luxusversion gibt es das Mi 6 auch in „Keramik Schwarz“, bei dem das Gehäuse aus gewölbten Keramik gefertigt ist. Die Kamera umrandenden Ringe sind außerdem aus 18-Karat-Gold. Diese Variante ist damit die teuerste von allen und bietet aber sonst keine technischen Vorteile gegenüber den anderen Varianten.

Display und Konnektivität

Wie auch beim Mi5, setzt Xiaomi beim neuen Ableger auf ein 5,15“ großes Display mit einer Helligkeit von bis zu 600 nit. Die Auflösung beträgt 1920 x 1080, wodurch die Pixeldichte wie gehabt bei 428 PPI liegt. Negative Kritik muss der Dual-SIM-Schlitten kassieren. Man kann hier zwei Nano-SIM-Karten verbauen, aber leider keine microSD-Karte, wodurch eine Speichererweiterung unmöglich ist. Die unterstützten Frequenzbände unterstützen 1.800 und 2.600 MHz, jedoch nicht das 800 MHz LTE-Band. In Sachen Konnektivität bietet Xiaomi beim Mi6 aber neueste Standards mit 2 x2 MU-MIMO WLAN-ac, Bluetooth 5.0 und HID. Auch NFC wird vollständig unterstützt. Wie beim Vorgänger kommt als Hauptschnittstelle eine USB-C-Buchse zum Einsatz, die laut Qualcomm auch USB 3.1 konform ist. Eine wichtige Neuerung ist dagegen, dass keine 3,5-mm-Buchse für Kopfhörer mehr vorhanden ist. Xiaomi löst das Problem mit einem Adapter für USB-C zu 3,5-mm, der auch im Lieferumfang enthalten ist. Für weltweite Navigation bietet das Mi 6 Smartphone GPS, AGPS, GLONASS und BeiDou Positioning.

Design, Verarbeitung und Handhabung

Nimmt man das Mi6 zum ersten Mal in die Hand, will man es gar nicht mehr aus der Hand geben. Die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau und das eloxierte Metallgehäuse hinterlässt einen super Eindruck. Das Mi6 hat an Rundungen gewonnen und liegt wirklich gut in der Hand. Das Mi6 ist nicht nur um 0,2 Millimeter dicker, sondern auch breiter und höher geworden. Die neue Form macht es griffiger und kann als Verbesserung zum Vorgänger gewertet werden. Wer relativ feuchte Hände hat, für den wird das Smartphone vielleicht zu glitschig erscheinen. Zum Glück legt Xiaomi eine Silikon-Hülle bei, die transparent ist und das Smartphone sehr griffig macht. Ich habe die Hülle die meiste Zeit benutzt, weil der Gripp einfach besser ist und die Hülle überhaupt nicht stört. Die Wipptaster und der Power-Knopf funktionieren gewohnt präzise. Der große Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor befindet sich unterhalb des Displays und reagiert blitzschnell! Wenn man den Unlock per Fingerabdruck eingerichtet hat, wird das Mi6 sofort nach Auflegen des Fingers freigeschaltet. Diese Funktion ist echt komfortabel und empfehlenswert. Die fast unsichtbaren Touch-Tasten Rechts und Links vom Home-Button bergen keine Überraschungen.

Mi6 Lieferumfang

Der Lieferumfang ist durchschnittlich. Neben einem QC3-Ladegerät, bekommt man ein 2-Meter-USB-C-Kabel, eine schwarz-transparente Silikonhülle, einen USB-C-auf-3,5-mm-Klinke-Adapter und eine kurze Anleitung mit Werkzeug zum Öffnen des Sim-Karten-Slots.

Xiaomi Mi6 Spezifikationen

 

Xiaomi Mi 6
Prozessor Snapdragon 835
Anzahl Kerne 8
Taktfrequenz 2,45 GHz
Grafikeinheit Adreno 540
RAM 6 GB LPDDR3
ROM 64 GB / 128 GB
Displaygröße 5,15 Zoll
Displayauflösung 192 x 1080
Pixeldichte 428 ppi
SIM Dual NanoSIM
Speichererweiterung Nein
LTE 1.800 und 2.600 MHz
Akku 3.350 mAh
Akkueinbau Fest verbaut
Gehäusematerial Aluminium
Betriebssytem MIUI 8, Android 7.1
Abmessungen 145,17 x 70,49 x 7,45 mm
Gewicht 168 Gramm
Verfügbare Farben Schwarz, Blau, Weiß, Keramik (Schwarz)
Mi Pad 2 Antutu 6 Benchmark 179.509
Preis ab 350 Euro

 

Xiaomi Mi6 Test & Benchmark

In den Benchmarks schlägt sich das Mi6 sichtlich gut und ist in vielen Tests auf Augenhöhe mit dem Mi5s. Die Ergebnisse beim Androbench 5 sind deutlich besser. Im Antutu-Benchmark liegt das Mi6 mit 179.509 Punkten weit vor dem Mi5s.

 

Akkulaufzeit und Ladevorgang

Der Akku des Mi6 wird mit 3.350 mAh (mindestens 3.250 mAh) spezifiziert und ist damit nochmals größer als beim Vorgänger. Beim Antutu Akku-Benchmark wird eine Punktzahl von 6.586 erreicht, was über dem Wert des Mi5 liegt. Dank Quick Charge 3.0 kann das Mi6 richtig flott geladen werden, was durchaus positiv ist. Das mitgelieferte Ladegerät arbeitet über eine breite Spannungsbandbreite und kann auf der 5-Volt-Schiene bis 3 Ampere, 9-V-Schiene 2 Ampere sowie 12-Volt-Schiene bis 1,5 Ampere liefern. Leider handelt es sich hier wieder um einen chinesischen Stecker, wodurch man einen Adapter verwenden muss. Im Standby kommt man locker 3-5 Tage mit dem Mi6 aus, schaut man Videos oder nutzt es sehr häufig, ohne den Akku-Sparmodus zu nutzen, kommt man mit einer Ladung um die 2 Tage aus.

Dual-12-MP-Kamera und Bokeh-Fotos

Beim Mi6 setzt Xiaomi erstmals auf ein Dual-Kamera-Setup, was man auch von anderen Herstellern kennt. Der CMOS stammt von Sony und hört auf den Namen „IMX386 Exmor RS“. Die erste 12 Megapixel-Kamera wird mit einer 27-mm-Brennweite und einem 4-Axen-Stabilisator vereint. Das Objektiv besteht dabei aus 6 Elementen und kann bis auf f/1,8 runter. Diese Kamera ist damit für Weitwinkel-Aufnahmen ausgelegt. Als Unterstützung wird eine zweite Kamera mit Fokus auf Tele-Aufnahmen verbaut. Hier beträgt die Brennweite 52 mm und die Blende f/2,6. Das „Objektiv“ besteht nur noch aus 5 Elementen. Die Dual-Kamera vereint die beiden Kameras für einen schönen Bokeh-Effekt. Das passiert laut Xiaomi teils über einen Deep-Learning-Algo.  Wenn man einen schönen Bokeh-Effekt möchte, klappt das relativ gut. HDR gibt es als dazu schaltbare Option in Kamera-App. Die zweite Kamera mit „Tele-Objektiv“ wird auch für den 2x-Zoom benutzt. Unter den „Modi“ findet man bspw. Panorama, Timer, Gruppen-Selfies, Tilt Shift, HHT-Nachtmodus. Unter den erweiterten Kameraeinstellungen kann man auch noch diverse Optionen anpassen. Der Blitz besteht aus zwei LEDs, die man bei Bedarf dazu schalten kann.

Mit aktiviertem HDR bekommt man aus freier Hand nicht immer scharfe Bilder hin, auch wenn die Vorschau auf dem Bildschirm diesen Eindruck vermittelt. Speziell an bewölkten Tagen oder im Wald muss man das Smartphone stillhalten und mehrere Fotos machen, um ein scharfes Bild zu bekommen. Da hilft der 4-Achsen-Stabilisator leider nicht genug.

 

Hier sind einige Fotos ohne Feintuning der Einstellungen, ohne Bearbeitung oder Filter:

Hier sind einige Fotos ohne HDR, Bearbeitung oder Filtern. Die Schärfe und Kontrast sind um eine Stufe erhöht worden. Man merkt, dass die Farbtreue der Bilder deutlich besser ist, wenn man eine gute Beleuchtung hat. In dunklerer Umgebung schwächelt die Kamera.

Android 7.1 und MIUI 8

Auf unserem MI6 war MIUI Global 8.5 vorinstalliert, die auch Deutsch als Sprache unterstützt hat. Wir haben in der Zwischenzeit einige Updates durchführen können, was ein Vorteil für diese Version ist. Die aktuelle Version während des Test war die Android Version 7.1.1. MIUI 8.5 wird wie gewohnt mit einigen Apps von Xiaomi mitgeliefert, die man aber jederzeit löschen kann. Manche kann man als sinnvoll sehen, andere wiederum nicht. Auch eine Reihe an Google Apps wie Chrome, YouTube, Gmail, Maps oder auch Fotos sind vorinstalliert. Auch der Google Play Store funktioniert out-of-the-box und macht keinerlei Schwierigkeiten. Die Einstellungen des modifizierten Android 7.1 sind gut gegliedert, was für Xiaomi Geräte typisch ist.

 

Sound und Musik

Die verbauten Lautsprecher eignen sich gut für Podcasts und zum Schauen von Youtube-Videos. Für echten Musikgenuss reichen sie erwartungsgemäß nicht aus. Mit dem USB-C-auf-3,5mm-Adapter kann man gescheite Kopfhörer oder Lautsprecher anschließen. Wir haben wieder audio-technica ATH-A900 angeschlossen, um die Eignung als Musik-/MP3-Player zu testen. Mit der Musik-App kann man direkt loslegen. Das Klangbild ist ziemlich gut und mit den richtigen Kopfhörern für jeden Geschmack ausreichend. Bei Bedarf kann man mittels Equalizer auch nachjustieren.

 

Fazit zum Xiaomi Mi6

Der Gesamteindruck, den das Mi6 hinterlässt, ist durchweg positiv und man erfreut sich der schnellen Reaktionszeit und der Zuverlässigkeit des Smartphones. Das abgerundete Chassis-Design macht das Smartphone griffiger und sieht auch noch schöner aus. Die Verarbeitung ist erstklassig und die mitgelieferte Silikonhülle durchaus nützlich. Auch das verbaute Display lässt keinen Grund für Kritik. Die Leistung ist mehr als ausreichend und durch den Einsatz von 6 GB RAM, lassen sich viele Apps gleichzeitig auf dem Gerät nutzen, ohne dass mein beim Wechseln auf Performanceprobleme stößt. Die Dual-Camera liefert bessere Fotos, als es noch der Vorgänger getan hat und der Bokeh-Effekt mittels zweiter Kamera ist ebenso gut umgesetzt worden. Die weggefallene 3,5mm-Buchse stört nicht, da man einen Adapter mitliefert. Der USB-C Anschluss, WLAN-ac und NFC-Unterstützung zählen zu den weiteren Features, die nennenswert sind.

Wie auch schon beim Vorgänger stört das fehlende 800-Mhz-Band für LTE und der für China ausgelegte Stromstecker, den man nur mittels Adapter betreiben kann. Wünschenswert wäre auch die Unterstützung von microSD-Karten, die leider fehlt. Im Großen und Ganzen merkt man beim Mi6 eine echte Verbesserung zum Vorgänger und damit ist es den derzeitigen Preis von rund 352€ unserer Meinung nach wirklich wert.

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