Vor beinahe zwei Jahren testeten wir das UMI Zero als eines der ersten Smartphones auf chinatechnik.com. Nun präsentiert UMIDIGI nach einer Umbenennung der eigenen Marke mit dem Modell Z ein neues Flaggschiff. Im edlen Metall-Gehäuse verbirgt sich der leistungsstärkste MediaTek Prozessor sowie üppige 4 GB RAM. Wie sich das Z nach drei Wochen im Einsatz schlägt, erfahrt ihr im Test.

Als Verpackung dient eine ansehnliche Metallbox. Im Beipack befindest sich das Schnellladegerät, ein USB-C-Kabel, ein Spießer zum SIM-Karten wechseln und eine Kurzanleitung.

Bereits in der Einleitung wurde es angesprochen. UMI hat sich Anfang des Jahres in UMIDIGI umbenannt. Ein klares Statement zu den Hintergründen liefert der chinesische Hersteller allerdings nicht. Auf dem Smartphone ist noch UMI zu lesen, währenddessen mit dem Februar-Update die Bootanimation auf UMIDIGI aktualisiert wurde. Auch wenn auf den Fotos noch die alte Wort-Marke abgebildet ist, wird im nachfolgenden stets UMIDIGI als Hersteller genannt.

Technische Daten

Doch bevor auf das äußere Erscheinungsbild eingegangen wird, liegt der Fokus auf den technischen Daten. Herzstück des Z ist der Hellio X27 Prozessor bzw. der SoC (System on a Chip). Er ist gleichzeitig der schnellste Chip aus dem Hause MediaTek und auch der letzte seiner Gattung, da künftige Produkte schon in einem feineren Fertigungsprozess entstehen. Der X27 ist ein Deca-Core, das heißt sage und schreibe zehn Kerne sorgen für angemessene Leistung für das 2017er Flaggschiff von UMIDIGI. Jene sind in drei Verbunde, die sogenannten Cluster, aufgeteilt. Zwei Kerne takten hierbei mit bis zu 2,6 GHz und basieren auf der ARM-A72-Architektur. Das zweite Cluster aus vier Kernen taktet etwas geringer mit bis zu 2 GHz und hat, wie auch die verbleibenden vier Kerne, das ARM-A53-Design als Grundlage. Diese dienen für rudimentäre Prozesse und haben eine maximale Frequenz von 1,6 GHz. In der Theorie werden die beiden stärkeren Cluster im Standby vollständig abgeschaltet und lediglich die vier energieeffizienteren Kerne bearbeiten die Aufgaben. Zumindest eine gute Standby-Laufzeit kann im Test bescheinigt werden.

Da der X27 noch in einem 20-nm-Verfahren gefertigt wird, erweist sich das Gespann aus zehn Kernen nicht als Energiesparwunder. Dazu später mehr. Weiter stehen dem Chip satte 4 GB Speicher zur Verfügung. So viel Arbeitsspeicher wies nur ein anderes Smartphone in unserer Redaktion auf, das Nubia Z11. Angebunden ist der LPDDDR3-RAM per Dual Channel, der interne Speicher von 32 GB jedoch nur per eMMC 5.1. Die aktuellen Chips von Huawei, Qualcomm als auch Samsung können UFS 2.0 nutzen. Auf Seiten der Grafikeinheit wurde die ARM Mali T880 MP4 mit einem Maximaltakt von 875 MHz integriert.
Für schnelles Surfen kann LTE CAT 6 genutzt werden. Auch das oft thematisierte Band 20, für die ländlichen Gegenden in Deutschland, ist mit an Bord. Abgerundet wird die Konnektivität per WLAN a/b/g/n/ac, Bluetooth sowie FM Radio, GNSS: GPS, Glonass, Beidou und Galileo für eine schnelle und präzise Standortbestimmung weltweit. SIM-Karten im Nano-Format könen zwei genutzt werden oder eine in Kombination mit einer Micro-SD-Karte als Speichererweiterung.

Das Display hat eine Diagonale von 5,5“ und löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf. Ein Fingerabdruckscanner ist natürlich ebenso vorhanden.

Für das Festhalten von Fotos und Videos steht sowohl auf der Rück- als auch auf der Vorderseite eine 13-Megapixel-Kamera parat. Leider nur mit einer f2.2-Blende. Das UMI Zero war mit einer f1.8-Blende lichtstärker. Der Sensor kommt aus dem Hause Samsung mit der Modellbezeichnung S5K3L8. Zudem beherbergt die breite Kameraabdeckung noch einen 4-LED-Blitz sowie einen Laserautofokus. Ungewohnt dürfte für viele auch der LED-Blitz auf der Vorderseite, nahe der Frontkamera, sein.
Geladen wird der 3.780 mAh fassende Akku per USB-Typ-C-Buchse.

UMIDIGi Z
Prozessor MediaTek Helio X27
Anzahl Kerne 10
Taktfrequenz 2,6 GHz
Grafikeinheit ARM Mali T880 MP4 mit 875 MHz
RAM 4 GB LPDDR3 Dual-Channel
ROM 32 GB, eMMC 5.1
Displaygröße5,5  Zoll
Displayauflösung 1920 x 1080
Pixeldichte 403 ppi
SIM DualSim
Speichererweiterung ja, bis 256 GB
LTE LTE FDD 2100 MHz (B1), 1800 MHz (B3), 2600 MHz (B7), 800 MHz (B20)
Akku 3.780 mAh Sony
Akkueinbau Fest verbaut
Gehäusematerial Aluminium
Betriebssytem MIUI 8, Android 6.0
Abmessungen 156 x 76 x 8,2 mm
Gewicht 175 Gramm
Verfügbare Farben Grau, Gold
Antutu 6 Benchmark 97.200
Preis ab 225 Euro

Äußeres Erscheinungsbild und Verarbeitung

Sehr edel und wertig ist der Eindruck, wenn das UMIDIGI Z erstmalig in die Hand genommen wird. Zum einen gelingt dies durch das Metallgehäuse im Unibody-Design, sprich aus einem Stück Aluminium hergestellt und gefräst. Zum anderen ist es äußerst verwindungssteif. Obendrein liegt es durch die abgerundete Form gut in der Hand. Die Front ist geprägt von Glas. Hierbei wurde spezielles Glas von Dragontail verwendet, um den Bildschirm kratzfrei zu halten. Unser Testmodell in Gold hat eine weiße Frontpartie. Die graue Variante hat eine schwarze Front.

Ebenso wie die erst vorgestellte rote Edition, mit einem roten Metallgehäuse. Es bleibt abzuwarten, ob diese Variante tatsächlich auf den Markt kommt oder nur eine Aktion war, um auf der Aufmerksamkeitswelle, die dem roten iPhone 7 RED Product gebührte, mit zu schwimmen.

Unterhalb des Bildschirmes wurde der Fingerabdruckscanner eingelassen, der gleichzeitig der Home-Button ist. Zwar lässt sich eine Mulde erfühlen, jedoch funktioniert die Taste rein kapazitiv und nicht per Drücken. Links und rechts vom Home-Button wurden zwei weitere kapazitive Buttons eingelassen. Jene sind weder beschriftet, noch beleuchtet. Wen dieses Bedienkonzept nicht zusagt, kann in den Einstellungen auch die Soft-Keys, auf dem Touchscreen, aktivieren.

Wie derzeit üblich, ist auch das Frontglas zu den Kanten hin abgerundet (2.5D) und geht mit geringen Spaltmaßen in den seitlichen Metallrahmen über. Auch dieser ist leicht bauchig bzw. konvex geformt und trägt zum guten Halt in der Hand bei. Als Akzente dienen zwei polierte Fasen (Diamond Cut). Zur rechten Seite ist der Einschalttaster bzw. Power-Button und eine Wippe für die Lautstärke. Gegenüber ist lediglich nur der SIM-Slot. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Mit einem gewissen Spiel sitzen sie im Gehäuse.

Die Rückseite ist schlicht gehalten. In der oberen linken Ecke befindet sich die herausstehende Kameraabdeckung. Obwohl sie optisch den Eindruck erweckt wird, es handelt sich um eine Dual-Kamera wie im iPhone 7 Plus oder beim Huawei P10, ist nur eine Kamera verbaut. Die zweite Öffnung ist für den Laser-Autofokus vorgesehen. Das Z Pro Modell hingegen ist mit zwei Kameras ausgestattet. Zwischen den beiden Öffnungen sitzt der Blitz, bestehend aus vier LEDs. UMIDIGI verspricht schönere Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen oder bei Nacht.

Wie bereits erwähnt, ist mittig noch der UMI-Schriftzug aufgetragen. Weiter unten befindet sich das CE-Zertifikat und Recycling-Logo sowie weitere Hinweise. Unterbrochen wird das Unibody-Design lediglich von goldenen bzw. dunkelgrauen Antennenstreifen aus Kunststoff im oberen und unteren Bereich.

Abschließend ein Blick auf die Unterseite. Mittig ist der Anschluss für das Lade- oder Datenkabel im Form eines USB-Typ-C-Konnektors und beidseitig davon sind die Aussparungen für den Lautsprecher rechts und für das Mikrofons links.

Im Vorfeld erklärte UMIDIGI, dass das Design dem Bauhaus Stil „Form Follows Function“ als Inspiration dienlich war. Andererseits hat die Formsprache nichts Einzigartiges und weist Designelemente auf, die ähnlich bereits bei Samsung, Apple, Meizu oder Xiaomi wiederzufinden sind. Natürlich tut dies dem hochwertigen Erscheinungsbild kein Abbruch. Markante Elemente würde zumindest für einen höheren Wiedererkennungswert sorgen.

Links zwischen Glas und Rahmen sind Reste vom Kleber zu sehen.

Entsprechend ist auch die Verarbeitungsqualität auf einem sehr hohen Niveau! Das komplette Smartphone wurde erstklassig gebaut und überzeugt mit minimalen Spaltmaßen. Ein kleines Manko ist allerdings auf der rechten Seite erkennbar. Eventuell wurde das Frontglas nicht sauber mit dem Metallgehäuse verbunden und Rückstände sind erkennbar. Da jenes nicht bei Kollegen bei anderen Testgeräten kritisiert oder angesprochen wurde, handelt es sich wohl um einen Einzelfall.Das Display in FullHD-Auflösung ist gestochen scharf und hat knackige Farben, Dank eines Sharp-Displays mit IGZO-Technologie. Zudem ist es in den maximalen Einstellungen sehr hell. Im direkten Sonnenlicht stört indessen das spiegelnde Glas, sodass die Lesbarkeit des Bildschirms getrübt wird.Zuverlässig war das Entsperren des Smartphones mittels Fingerabdruckscanners möglich. Nur in wenigen Fällen musste der Finger mehrmals aufgelegt werden oder auf die Alternative – in dem Fall ein Muster – zurückgegriffen werden.

Benchmarks

In der Theorie bietet der MediaTek Helio X27 mehr als genug Leistung. Da Zahlen nicht lügen, musste auch das UMIDIGI Z den Benchmark-Parcours durchlaufen. Im AnTuTu 6 Benchmark erreicht das Z sehr gute 97.271 Punkte. Zwar liegt es damit klar hinter der Konkurrenz mit dem Qualcomm Snapdragon 821 SoC wie im Nubia Z11, jedoch vor dem Snapdragon 650 wie im XIAOMI Mi Max. Dieses Bild zieht sich auch durch die weiteren Benchmarks. Lediglich im AndroBench, der den internen Speicher durchleuchtet, liegen die erreichten Werte hinter der Konkurrenz mit eMMC-Speicher. Gegenüber Smartphones mit UFS 2.0 wie dem XIAOMI Mi5s liegen die Durchsätze mit deutlichen Abstand dahinter.

 

Während des Testzeitraumes konnten auch problemlos Spiele gespielt werden. Es konnten keine Ruckler oder Slow-Downs festgestellt werden.

Kamera

Etwas weniger gefiel die rückseitige Kamera. Bei Sonnenschein schießt die 13-Megapixel-Kamera durchaus brauchbare Fotos. Doch schon dabei wirken die Details und Konturen verwaschen und nicht ausreichend scharf. Demgegenüber sind die Farben unverfälscht und nicht zu knallig. Dies fällt hauptsächlich beim hereinzoomen auf. Auf dem 5,5″ großen Bildschirm wirken die Fotos besser als auf 100% gezoomt. Je weniger Licht zur Verfügung steht, umso mehr zeigen die Fotos ein starkes Bildrauschen und Details gehen zunehmend verloren.

Des Weiteren hat der Autofokus besonders bei dämmrigen Licht und bei Nacht Probleme überhaupt scharf zu stellen. Immer wieder arbeitet der Autofokus ohne Erfolg. Dadurch kommen Zweifel, ob der Laser-Autofokus überhaupt vorhanden ist, da gerade in solchen Szenarien dessen Stärke gegenüber einer herkömmlichen Lösung liegt. Für Schnappschüsse ist die Kamera im Z durchaus geeignet.

Das Panorama wurde in hochkant aufgenommen – dennoch ist die Auflösung mit 3872 x 1216 Pixel geringer als ein normales Foto

Stock-Android und das Z im Alltag

Anders als Anbieter wie Meizu oder XIAOMI ist beim Z ein nahezu unverändertes Android, in der Version 6, vorinstalliert. Weiter ist der PlayStore eingerichtet sowie weitere Google-Apps. Angenehm erscheint auch die Tatsache, dass nur wenige von Letzteren installiert sind. Im Detail sind es: Gmail, Google App, Google Maps, Google Play-Dienste, Google Play Filme & Serien und Google Play Store. Ein Update auf Android 7 wurde zwar angekündigt und wird auf der Website als OTA-Update (Over The Air) aufgeführt, veröffentlicht wurde es bis dato noch nicht. Die letzte Aktualisierung erschien Mitte März (v 3.02_20170317) und verbessert vorwiegend die Kamera bzw. die Kamera-App.


Die Bedienung ist schnell, die Animationen flüssig und auch die Eingaben werden prompt umgesetzt. Im direkten Vergleich mit einem Google Pixel Smartphone ist wahrnehmbar, dass all dies etwas langsamer geschieht.

Telefonate und die allgemeine Sprachqualität sind eher mittelmäßig.

Bei geringer bis mäßiger Nutzung reicht eine Akkuladung locker für zwei volle Tage. Weniger ausdauernd ist die Laufzeit sobald für längere Zeit das Display an ist. In der Regel ist mit vier Stunden mit aktiviertem Display (Dispaly-/Screen-On-Time) nach einem kurzen Tag am Abend Schluss. Noch kürzer fällt die Betriebsdauer aus, wenn leistungsintensive Apps genutzt werden. Das UMIDIGI Z wird hierbei auch merklich warm. Um dies näher zu untersuchen, durchlief das Smartphone eine zehnmalige Schleife des GeekBench Benchmarks durch. Nach mehreren Durchläufen sank die erreichte Punktzahl um 300 Punkte im Multi-Core-Score, ein Verlust von knapp acht Prozent. Daraus lässt sich Umkehrschluss schlussfolgern, dass der Helio X27 SoC herunter getaktet wird. Mutmaßlich aus thermischen Gründen. Der Akku erreicht bis zu 41 °C bei etwa 19 °C Raumtemperatur. Keine Katastrophe oder gar ein Designfehler, doch zeigt es die Grenzen des Topmodells von MediaTek. Zudem hat der große 3.780-mAh-Akku aus dem Hause von Sony indes eine ausdauernde Laufzeit erhoffen lassen.

Fazit

Mit dem Modell Z hat UMIDIGI ein bemerkenswertes Smartphone auf den Markt gebracht. Eine solide Verarbeitung, ein ansehnlich gutes Display und genügend Power für alle Lebenslagen. Der großzügig bemessende Akku reicht bei moderater Nutzung locker für zwei Tage. Bei intensivem Gebrauch ist nach wenigen Stunden Schluss. Der dicke Zehnkerner Prozessor MediaTek Helio X27 offenbart sich als weniger effizient. Weiterhin positiv ist ein Stock-Android 6.0 und nur wenig vorinstallierte Google-Apps. Ein Update auf Android 7 soll noch im April 2017 erscheinen. Die Schattenseite ist klar die Kamera, die im Test nicht überzeugen konnte. Die Probleme beim Autofokus lassen Zweifel an der Existenz des Laser-Autofokus aufkommen.

Kommentar (1)

  1. Pingback: Hält das UMIDIGI Z seine Versprechen - patrock84.de

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