Umi hat sich hierzulande einen guten Namen gemacht und so hat man auch entsprechend hohe Erwartungen bei Neuerscheinungen des Herstellers. Mit dem Rome geht ein Mittelklasse-Smartphone mit schönem Design, 8-Kern MT6753 SoC, Mali T720 GPU, 3 GB RAM sowie 16 GB internen Speicher an den Start. Ob das 5,5-Zoll-Smartphone Umi Rome diese erfüllt, klären wir in unserem Test.

Umi Rome – MediaTek-Technologie im Inneren

Umi-Rome-offen-2Durch die Tatsache, dass Umi dem Rome einen MediaTek MT6753 SoC verpasst, lässt sich bereits auf ein Mittelklasse-Modell schließen. Der ARM Cortex A53 Prozessor taktet beim Rome maximal mit 1,3 GHz, auch wenn er laut Hersteller-Referenz mit 1,5 GHz arbeiten könnte. Der SoC bringt 64-Bit-Unterstützung und 8-Kerne, denen eine Mali T720 Grafikeinheit samt 3 GB RAM zur Seite steht. Standards wie WLAN nach 802.11n-Norm und Bluetooth 4.0 kommen auch beim Umi Rome zum Einsatz. Der interne Speicher gibt nur 16 GB her, kann aber über den separaten microSD-Slot durch weitere 64 GB erweitert werden – was wir allen nahelegen. Unter der Plastikabdeckung auf der Rückseite findet man neben dem microSD-Slot auch zwei SIM-Kartenslots, die leicht zugänglich sind. Der 2.500 mAh Akku ist herausnehmbar und damit glücklicherweise auch auswechselbar. Bei der Netzanbindung kann das Umi Rome punkten. Trotz der schlechten Abdeckung in unserem Testgebiet, hatten wir fast immer 4G mit zwei Balken. Das ist auf die vollständige Abdeckung der LTE-Frequenzen 1.800 MHz, 2.600 MHz und 800 MHz zurückzuführen.

Umi verbaut bei seinem Rome ein 5,5-Zoll-Amoled-Display, dass mit nur 1280×720 Pixeln (720p) auflöst. Auf dem Display konnten wir vereinzelnd Unschärfe feststellen, was in der Preisklasse nicht so schlimm ist. Das Display hat bei Touch-Genauigkeit und Multitouch geschwächelt. Die Bewegung von nur von maximal zwei Fingern wird gleichzeitig verarbeitet, wo es bei anderen fünf sind. Spiele wie 3D-Shooter machen auf dem Rome keinen Spaß, weil die Touch-Erkennung so ungenau ist. Auch bei normaler Bedienung fällt diese Ungenauigkeit manchmal auf.

Umi Rome Spezifikationen
Hersteller UMI
Modellbezeichnung UMI Rome
Prozessor MediaTek MT6753
Anzahl Kerne 8
Taktfrequenz 1,3 GHz
Grafikeinheit ARM Mali-T720 MP4
RAM 3 GB
ROM 16 GB
Displaygröße 5,5 Zoll
Displaytyp Amoled
Displayauflösung 1280×720
Pixeldichte 267 ppi
SIM Dual Sim Micro
Speichererweiterung 64 GB
LTE B3, B7, B20 – 1.800 MHz, 2.600 MHz, 800 MHz
Akku 2.500 mAh
Akkueinbau Wechselbar bei unserem Testgerät
Gehäusematerial Metallrahmen, Polycarbonat Rückseite
Betriebssytem Android 5.1
Abmessungen 153,8 x 77 x 7,9mm
Gewicht 177 Gramm
Verfügbare Farben Schwarz, Gold
Antutu Benchmark 34.000 – 35.000
Voraussichtliche Verfügbarkeit Mitte Dezember 2015
Preis ca. 100 Euro

Design, Äußeres & Sound

Das Gehäuse sieht auf den ersten Blick sehr ansprechend und hochwertig aus. Das Cover auf der Rückseite täuscht sehr erfolgreich Metall vor, ist aber nur aus Plastik. Der Rahmen des Gehäuses ist aus einem gehärteten Material (Metall), dass ziemlich widerstandsfähig ist. Die abgerundete Form ist schön, aber durch die ganzen glatten Oberflächen und das hohe Eigengewicht von insgesamt 177 Gramm, rutscht das Rome schnell aus der Hand. Ein Cover für die Rückseite ist empfehlenswert! Die vorangebrachten Schutzfolien sind störend und total sinnlos gewesen, da sie die Bedienung erschwerten. Die Wiedergabe über die beiden Lautsprecher klingt etwas blechern, ist aber akzeptabel. Dank der „extremen“ Audioformat-Qualität von Spotify konnten wir mit unseren audio-technica ATH-A900 Kopfhörer in den vollen Genuss des Umi Rome kommen.

Die kapazitativen Knöpfe unter dem Display werden leider nicht ausgeleuchtet, funktionieren aber einwandfrei. Das Mikro auf der Front neben den Knöpfen fällt auf und scheint fehl am Platz. Neben den beiden kleinen Lautsprechern findet man unten einen microUSB-Anschluss. Auf der rechten Seite befindet sich die Lautstärkewippe und der Power-Knopf, die sich mit dem Daumen (von Rechtshändern) wunderbar bedienen lassen. Oben findet man auch den 3,5-mm-Klinkeanschluss.

Lieferumfang

Umi verpackt das Rome ziemlich schön in einen weißen Karton, der ausreichend Schutz bietet. Nach dem Anheben der Abdeckung, kommt einem sofort das Smartphone entgegen. Die haltende Schale zeigt dem Käufer gleich die wichtigen Funktionen des Rome. Darunter verbergen sich neben Ladegerät auch ein USB-Ladekabel und eine Displayschutzfolie. Eine weitere ist bereits auf der Vorderseite angebracht. Wir haben die Schutzschicht samt der Folie abgenommen, da sie das Bild unscharf macht und die Bedienung erschwert.

Betriebssystem

Umi-Rome-HomeScreenDas Umi Rome haben wir auf Android 5.1-Basis geliefert bekommen und es hat ohne Probleme getan, was es tun sollte. Die Lolipop-Umsetzung von Umi ist stark am Original gehalten und es wirkte bis auf kleine Änderungen nach einer Vanilla-Installation. Das Betriebssystem war frei von fremden Apps, alle Extras mussten über den Play Store installiert werden. Das Rome unterstützt Deutsch als Sprache von Hause aus. Speziell das Surfen im Web macht mit dem Rome dank des großen Bildschirms viel Spaß. Nachdem man Youtube als App installiert hat, kann man auch Videos seiner Abokanäle genießen.

Test & Benchmark

Für viele ist das der wichtigste Teil des Tests und so haben wir auch das Umi Rome über unser abgeändertes Testfeld geschickt. Die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

Xiaomi Mi4 UMI Zero THL 2015 Xiaomi Redmi
Note 2
Umi Rome
Basemark X (Default) 22.605 11.408 11.016 17.451 6.250
Basemark X (High) 11.899 4.282 4.615 9.513 4.052
Basemark OS II (Overall) 1.117 546 822 1.039 731
Basemark OS II (System) 1.502 1.255 1.585 1.479 1.256
Basemark OS II (Memory) 638 372 665 1.167 908
Basemark OS II (Graphics) 2.278 358 567 963 255
Basemark OS II (Web) 744 533 765 702 670
Geekbench (Single-Core) 970 446 808 999 603
Geekbench (Multi-Core) 2.835 2.469 3.978 3.850 2.372
Antutu 5.7.1 42.134 32.606 40.769 47.398 30.414
Antutu 6 n/a n/a n/a 47.398 35.488
3D Mark Ice Storm Extreme n/a n/a n/a 9.703 3.102

Betrachtet man die Ergebnisse, merkt man, dass es der Konkurrenz nicht das Wasser reichen kann, aber verdammt nah an das Umi Zero herankommt. Das liegt auch daran, dass es ein Mittelklasse-Smartphone ist und in der Preisklasse um 100 EUR spielt. Damit sind die Ergebnisse passabel.

Akkulaufzeit

Umi-Rome-innen-2Auch die Akkulaufzeit ist sehr wichtig für ein Smartphone. Das Umi Rome hat im Standby einen Tag locker überlebt, 2-3 Tage sollten je nach Nutzung auch drin sein. Wir hatten den Stromsparmodus deaktiviert, was sich negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt. Damit kann man bei aktiver Nutzung auch zwei Tage erreichen, auch wenn der Akku eine Kapazität von 2.500 mAh hat. Geladen wird wie gewohnt per micro-USB und der Akku lässt sich leicht austauschen. Uns ist aufgefallen, dass die Akkuanzeige ungenau sein kann, weil sie bei uns von 11% abrupt auf 2% innerhalb von 30 Sekunden runter ging.

Kameras des Rome

Bei der Kamera muss man den Rotstift richtig ansetzen, denn die beim Rome verbaute rückseitige Kamera, die von 8 Megapixel auf 13 Megapixel interpoliert, zeigt bereits auf dem Display ein sehr schauriges und flimmerndes Bild, dass nach einem schlechten gemachten Filter aussieht. Der IMX179 Sensor stammt zwar von Sony, aber ist von Umi scheinbar schlecht umgesetzt zu sein. Die geschossenen Fotos indoor sind nutzlos und durch die hohe ISO so brutal misshandelt, dass man die Lust auf Fotos komplett verliert. Wenn die hohe ISO nicht greift, sehen die Bilder nur wenig besser aus und erscheinen so, als ob ein blutiger Anfänger mit billigen Photoshop-Filter an den Fotos gepfuscht hat. Draußen aufgenommene Bilder sind besser, aber noch immer nicht das Gelbe vom Ei.

Die Kamera an der Front hat ähnliche Schwächen, auch wenn sie nur mit 5 Megapixeln auflöst. Bei der Front-Kamera kann man diese Schwäche verkraften. Bei guter Beleuchtung ist das Bild akzeptabel und auch für Skype- oder WeChat-Sessions nutzbar.

Fazit

Umi-Rome-kaufenAm Ende des Tests haben wir ein sehr durchwachsenes Bild. Die Netzabdeckung sowie die gute Verarbeitung des Umi Rome ist lobenswert. Die Akkulaufzeit war ausreichend, auch Surfen und Lesen macht auf dem 5,5-Zoll-Dispaly Spaß. Schlecht war vor allem die verbaute Kamera, die nur tagsüber einigermaßen brauchbar ist. Auch wenn die Leistung des Umi Rome mittelmäßig ist, sind Spiele wie 3D-Shooter durch die unpräzise Abtastung des Displays frustrierend. Andere Anwendungen laufen gut. Das Gehäuse ist aus Metall und die Rückseite täuscht erfolgreich Metall vor, auch wenn es Plastik ist. Das ist lobenswert, hat aber den Nachteil, dass das Handy leicht aus der Hand rutscht und es an Griffigkeit mangelt. Berücksichtigt man, dass das Umi Rome für etwas über 100 EUR zu kaufen ist, können wir dem Smartphone 6,8 von 10 Punkten als Testnote geben.