THL gehört zu den aufstrebenden Herstellern in der Smartphone-Branche und ist ein echter Hoffnungsträger noch dazu. Das THL 2015 ist das bisher stärkste Smartphone des chinesischen Herstellers. Das Smartphone birgt einige Überraschungen in sich, denn es kommt mit vielen zusätzlichen Funktionen, die in Verbindung mit dem sehr leistungsstarken SoC ein tolles Paket ergeben. Wir haben alle Fakten und unsere Erfahrungen mit dem 5-Zoll-Smartphone in diesem Testbericht zusammengetragen.

Technische Daten

Beim Smartphone, das den Namen „2015“ trägt, hat der Hersteller THL wirklich viel richtig gemacht. Eine leistungsstarke System-on-a-Chip-Lösung von MediaTek sorgt dafür, dass das Betriebssystem und alle Apps flüssig und sauber arbeiten. THL wählt den MT6752L als Grundgerüst, was aufgeschlüsselt soviel heißt, dass als Prozessor ein ARM Cortex-A53 Octa-Core-Prozessor mit 1,7 GHz zum Einsatz kommt. Der 64-bit-Chip hat viel Potenzial und ist mit einer Mali-T760 MP2 Grafikeinheit gepaart. Damit der Verbund auch genügend Zwischenspeicher hat, hat das THL 2015 gleich von Hause aus 2 GB Arbeitsspeicher. Betriebssystem und Apps werden auf dem 16 Gb großen ROM vorinstalliert. Dieser kann mittels 32 GB SD-Karte auf Wunsch erweitert werden. Das 143 Gramm schwere Smartphone beherbergt einen 5 Zoll großen Touchscreen, der dank IPS-Panel und FullHD Auflösung bei 441 PPI auch wirklich glänzen kann. Für Multi-SIM-Nutzer gilt, dass man eine zweite SIM verbauen kann, dabei opfert man aber den SD-Kartenslot, da es sich hierbei um den gleichen Slot handelt.

Spezifikationen

Xiaomi Mi4 iPhone 5S iPhone 6 Umi Zero THL 2015
Display 5″ IPS, 1920×1080 4,0″ IPS, 640 x 1136 4,7″ IPS, 1334 x 750 5″ IPS, 1920×1080 5″ IPS, 1920×1080
CPU 4-Core Snapdragon 801 2,5GHz 2-Core A7, 1,3 GHz 2-Core A8 64-Bit 1,4 GHz 4-Core A7
2 GHz
8-Core ARM Cortex A57 1,7 GHz
GPU Adreno 330
578 MHz
4-Core PowerVR G6430 4-Core PowerVR GX6450 4-Core Mali-450MP4
700 MHz
Mali-T760 MP2
RAM 3 GB LPDDR3 933 MHz 1 GB 1 GB 2 GB 2 GB
Speicher 16/64GB eMMC 16/32/64 GB 16/64/128 GB 16 GB 16 GB
Erweiterungskarten NEIN NEIN NEIN Bis 64 GB TF Bis 32 GB TF
SIM-Karten 1 x MicroSIM 1 x nanoSIM 1 x nanoSIM 2 x MicroSIM 2 x MicroSIM
Kameras 13 MP Sony Exmor RS
8 MP Sony Exmor RS
8 MP, 3264 x 2448
1,2 MP, 720p
8 MP iSight
1,2 MP
13 MP SONY IMX214 F1.8
8 MP (Front)
13 MP SONY IMX135 F2
8 MP (Front)
Betriebssystem Android 4.4., MIUI 5.1.23 iOS 8.1.3 iOS 8.1.2 Android 4.4.2 Android 4.4.4
Akku 3.080 mAh 1.560 mAh 1.810 mAh 2.890 mAh 2.700 mAh
Anschlüsse microUSB microUSB Lightning Lightning microUSB
Preis 260 EUR ab 470 EUR ab 600 EUR ab 200 EUR ab 210 EUR

Der Rahmen, der das Display umgibt, ist gut verarbeitet und perfekt angepasst. Dazu ist er dünn und macht das ganze Smartphone schlank und lässt es einen Tick edler wirken.

Design & Aussehen

THL-2015-Rückseite Von außen sieht da THL 2015 sehr robust und durchschnittlich aus. Es fällt keinesfalls durch grelle Farben oder Ähnliches auf, ein Smartphone mit Mainstreampotenzial. Der Rahmen des Smartphones besteht aus schwarz-eloxiertem Aluminium und wirkt auf den ersten Blick sehr gut verarbeitet. Beim peniblen Prüfen konnten wir auf einer Seite einen sehr kleinen Spalt entdecken, der Staub anziehen wird, aber ansonsten kein Problem darstellt. Die Rückseite besteht aus einem Plastikcover, dass sich entfernen lässt. Dieses ist geriffelt und sieht wirklich schick aus. An der linken Unterseite wurde eine Kerbe eingebracht, mit dessen Hilfe man die Rückseite abnehmen kann. Dies muss man vor dem ersten Einschalten tun, denn der Akku fehlt im Inneren, was durch ein wirklich geringes Gesamtgewicht sofort auffällt.

Nachdem man das Smartphone ausgepackt hat, muss man zuerst einmal die Rückschale abnehmen. Dadurch kommt man an die SIM-Kartenslots ran und kann den Akku verbauen. THL liefert einen 2.700 mAh starken Polymer-Akku mit, der mit einer Betriebsspannung von 3,8 Volt arbeitet. Danach kann es auch gleich los gehen, da die Akkus heutzutage alle vorgeladen und vorgetestet sind. Bevor man den Akku einbaut, muss man aber noch eine Micro-SIM-Karte verbauen. Je nach Wahl kann eine weitere Micro-SIM-Karte oder eine Speicherkarte einbauen – beides kann man leider nicht haben. Die ganze Technik des Smartphones verbirgt sich hinter 13 Schrauben, die eine Plastikabdeckung festhalten. Erkennen kann man einen recht großen Lautsprecher, die 13-MP-Kamera samt Blitz sowie einen Fingerabdruckscanner, der zu den besonderen Extras zählt. Auf den Fingerabdruckscanner gehen wir später ein. Selbst nach mehrfachem Abnehmen der Rückabdeckung, ist keine der Haltenasen abgebrochen, was einen guten Eindruck hinterlässt.

Im Gehäuse sind gewohnte Knöpfe vorzufinden, die nicht fehlen sollten. Lautstärkewippen und der Power-Knopf befinden sich rechts. Die linke Seite ist komplett plan. Oben findet man einen 3,5-mm-Klinkerstecker für Kopfhörer und den micro-USB-Anschluss, den wir zum Akkuladen oder Datenaustauschen brauchen. Unten sieht man nur ein kleines Loch, das für das Mikrofon verwendet wird. Die Softtouch-Buttons sind im Display eingebaut und stechen beim THL 2015 auch ausreichend hervor, ohne dass die Displaybeleuchtung eingeschaltet ist. Im Dunkeln leuchten die Softtouch-Tasten zusätzlich auf.

Lieferumfang

THL-2015-LieferumfangIn dem soliden Karton mit 2015-Aufdruck findet man neben des Smartphones einen Akku, ein USB-Kabel, ein Euro-Ladegerät sowie ein Handbuch. Bei uns waren zusätzlich noch zwei Schutzhüllen und Displayfolie dabei. Dies kann von Shop zu Shop variieren. Die weißen Kopfhörer sehen auf den ersten Blick akzeptabel aus. Es handelt sich hier um In-Ear-Kopfhörer, die dem einen oder anderen gefallen werden. Das Ladegerät macht einen guten Eindruck und das USB-Kabel ist qualitativ hochwertig. Das Smartcover funktioniert wunderbar, muss aber an das Smartphone geklebt werden. Die zweite Schutzhülle ist normal und birgt keine Überraschungen. Alles in allem liefert THL mehr als nötig und lässt auf Anhieb keine Wünsche offen. Viele Hersteller liefern weit aus weniger.

Fingerabdruckscanner

Einen Fingerabdruckscanner findet man immer öfter bei neuen Smartphones, aber THL gehörte bei Android-Smartohones zu den ersten. Der hier verbaute unterscheidet sich von dem Sensor im Home-Button des iPhone 6 und kommt den herkömmlichen Scannern näher, die man bei Notebooks vorfindet. Der Sensor ist breit aber nicht hoch, weshalb man den Finger langsam von oben nach unten daran vorbeiziehen muss, damit der Finger überhaupt gescannt werden kann. Standardmäßig ist der Sensor abgeschaltet und man muss diesen erst unter Einstellungen im Menüpunkt „Sicherheit“ als „Fingerprint Settings“ konfigurieren. Das dazugehörige Tool ist nicht ins Deutsche übersetzt. Wer damit klarkommt, kann den Sensor unter „Open FingerPrinsUnlock“ aktivieren und dann die einzelnen Finger der jeweiligen Hand zuweisen. Nach maximal zehn Scanversuchen kann man auswählen, was der Scan des Fingerabdrucks bewirken soll. Man kann eine App starten oder den „FPCFingerUnlockService“ wählen, mit dem man das Handy entsperrt. Als Fallback sollte man ein alternatives Passwort eintragen, denn es kann viel schief gehen. Wenn alles richtig klappte, wird man beim Lockscreen aufgefordert, den Finger über den Sensor zu streifen, um das Smartphone zu entsperren. Bei uns klappte es besser als erwartet. Die Funktion ermöglicht gewisse Sicherheit und Komfort zugleich. Speziell wenn man sein Handy verschlüsselt ist die Kombination für normale Anwender gut. (Für Journalisten kann es bedeuten, dass sie am Flughaften gezwungen werden können, den Finger über den Scanner zu führen, um es zu entsperren. Bei einem normalen Passwort wird das Handy wohl beschlagnahmt.)

Akkulaufzeit

Standardmäßig läuft das THL 2015 mit einem stromsparenden Modus. Wenn man mehr Leistung braucht, muss man den Stromsparmodus ausmachen. Davon hängt auch ab, wie oft das THL 2015 an das Ladekabel ran muss. Je nach Nutzung muss es alle ein bis drei Tage geladen werden. Es gibt dabei nichts zu beanstanden.

Test & Benchmark

Natürlich musste das THL 2015 unseren Benchmark-Testparcours durchlaufen. Wir haben die Ergebnisse für euch in der Tabelle mit Vergleichswerten anderer Smartphones eingetragen.

Benchmarkergebnisse

Xiaomi Mi4 iPhone 5S iPhone 6 UMI Zero THL 2015
Basemark X (Default) 22.605 27.502 31.698 11.408 11.016
Basemark X (High) 11.899 14.939 17.047 4.282 4.615
Basemark OS II (Overall) 1.117 1.163 1.349 546 822
Basemark OS II (System) 1.502 2.488 2.857 1.255 1.585
Basemark OS II (Memory) 638 500 455 372 665
Basemark OS II (Graphics) 2.278 1.470 2.337 358 567
Basemark OS II (Web) 744 1.000 1.085 533 765
Geekbench (Single-Core) 970 1.411 1.636 446 808
Geekbench (Multi-Core) 2.835 2.541 2.928 2.469 3.978
Antutu 42.134 43.514 50.028 32.606 40.769

Das THL 2015 zeigt bei den Benchmarks ein gemischtes Bild. Die meisten Ergebnisse liegen auf dem Niveau des Umi Zero, oder weit drüber. An das Xiaomi Mi4 kommt es in den spezifischen Benchmarks nur an die Hälfte der Punkte, jedoch liegt es beim Antutu Benchmark nur knapp hinter dem Mi 4 von Xiaomi, dass auf einem Snapdragon 801 basiert. Hier sieht man die die jeweiligen Schwächen und Stärken sehr gut. Die 40.769 Punkte sind akzeptabel, zumal das Xiaomi Mi 4 weitaus teurer ist.

THL 2015: Android mit Extras

Das vorinstallierte Android 4.4.4 wirkt anders als die Vanilla-Version von Google. THL setzt auf ein Custom-Icon-Set und bringt damit erfrischende Abwechslung. Einstellungen sind erweitert und breit gefächert. Neu ist bspw. der Application Lock, mit dem man bestimmte Apps mit einem Passwort versehen kann, damit sie nicht gestartet werden. Die komplette Verschlüsselung des Handys ist ab Werk leider nicht möglich. Vorinstalliert hat THL auch eine Taschenlampen-App, ein FM-Radio, einen Kompass, einen Sound-Recorder und einen Dateimanager. Wir hatten mit dem ROM keine Probleme gehabt. An manchen Stellen fehlte lediglich die deutsche Übersetzung. Das waren immer meist Einstellungen, die THL implementiert hat. Man kann davon ausgehen, dass Android 5.0 bald von THL auch als Update ausgeliefert wird. Beim THL 2015A wird es bereits als vorinstalliertes OS angegeben.

Kamera, Fotos und Videos

THL setzt bei der rückseitig verbauten Kamera auf einen Sony CMOS-Sensor. Den IMX135 CMOS findet man bei vielen Smartphones und dadurch weiß man im Grunde, was einen erwartet. Die Bilder sind etwas besser, als erwartet. Der Fokus funktioniert ziemlich gut und so kann man nur die Verfälschung der Farben beklagen. Ansonsten ist die F 2.0 Blende ganz nett und es können auch Videos mit 720p- und 1080p-Auflösung bei 30 FPS aufgenommen werden. Der Blitz an der Rückseite ist im Grunde genommen sinnlos, wie bei den meisten Smartphones.

THL 2015A – Abgespeckte Version

Wem das THL 2015 noch etwas zu teuer ist, könnte den Kauf des 2015A in Erwägung ziehen. Diese hat einen schwächeren MT6735A SoC, der auf einem 1,3 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor aufbaut. Die Grafikeinheit ist aber die gleiche, 2 GB RAM sind auch noch drin. Abstriche muss man beim Display machen, dass nur mit 1280×720 (720P) bei 293 PPI auflöst. Das THL 2015A sollte bald in den Handel kommen, aber es ist bereits jetzt abzusehen, dass der Preis tiefer liegen wird, bedingt durch die günstigere Hardware.

Fazit zum THL 2015

Schaut man sich alle Vor- und Nachteile mal an, gibt es nicht viel Negatives über das THL 2015 zu sagen. Die Verarbeitung war bei unserem Muster gut, das Betriebssystem lief einwandfrei ohne Probleme und das Smartphone liegt gut in der Hand. Der Lieferumfang ist überdurchschnittlich. Die Leistung könnte besser sein, auch wenn wir mit dem Smartphone viele aufwendige 3D-Spiele ruckelfrei spielen könnten. Für einen Preis von rund 210 EUR ist das THL 2015 aber bedenkenlos zu empfehlenswert. Es bietet einen guten Mix aus Leistung, guter Qualität und fairem Preis. Unser Muster lief noch mit Android 4.4.4, wir rechnen aber mit einem baldigen Update auf Android 5.0 Lollipop.