Während mit einem herkömmlichen Blei-, Bunt- oder Malstift Bilder auf Papier gemalt und Texte geschrieben werden können, lassen sich mit einem 3D-Stift dreidimensionale Strukturen erschaffen, die eine fantastische Wirkung erzielen. Anders als bei einem 3D-Drucker wird jedoch keine Vorlage benötigt: Das 3D-Objekt lässt sich völlig freihändig und individuell erstellen, so dass der Nutzer einen höchstmöglichen Gestaltungsspielraum hat. Außerdem ist ein 3D-Stift in der Lage, mehrere unterschiedliche Farben zu verarbeiten, was die Realisierung von mehrfarbigen und bunten Objekten ermöglicht. Generell sind der Kreativität also keine Grenzen gesetzt.

3D StiftAber wie arbeitet ein 3D-Stift eigentlich? Im Gegensatz zu herkömmlichen Stiften besitzt er keine Mine, sondern ein sogenanntes Filament, das in festem Zustand in den Stift gegeben wird. Damit das Filament flüssig wird und verarbeitet werden kann, werden 3D-Stifte zudem mit einem Heizelement ausgestattet. Eine Steckdose ist für die Verwendung unbedingt erforderlich, da das integrierte Heizelement elektrisch betrieben wird.

Im Grunde genommen funktionieren 3D-Stifte also wie die zum Basteln gebräuchlichen Heißklebepistolen. Ist das Filament nämlich ausreichend erhitzt, wird es aus einer Düse auf den jeweiligen Untergrund geleitet, wo es sofort erkaltet und wieder fest wird. Da dass das Filament unmittelbar nach dem Austreten aus dem 3D-Stift aushärtet, lassen sich ganz tolle dreidimensionale Objekte und Figuren erstellen.

Die unterschiedlichen Filamente für 3D Stifte

Filamente sind im Prinzip nichts anderes als kleine Kunststoff-Stäbe, die ebenfalls wieder Ähnlichkeit mit den Klebestäben einer Heißluftpistole haben. Es gibt aktuell zwei verschiedene Filament-Arten, die abgekürzt als PLA und ABS bezeichnet werden. PLA (Polylactid) ist ein biologisch abbaubarer Kunststoff, der aus Maisstärke und Zuckerrohr produziert wird und bei etwa 150 bis 160 Grad Celsius schmilzt. Polylactide zählen wissenschaftlich gesehen zu den Polyestern und finden in vielen Bereichen Verwendung. So ist PLA inzwischen einer der meistgenutzten Materialien von 3D-Druckern, der Stoff wird in der Medizin aber auch als Nahtmaterial verwendet. ABS ist die Abkürzung für Acrylnitril-Butadien-Styrol, ein Kunststoff, aus dem unter anderem Bausteine für Kinder hergestellt werden. Er schmilzt bei 210 bis 240 Grad Celsius, das heißt, zum Verarbeiten in einem 3D-Stift sind höhere Temperaturen erforderlich. Bei sauberer Trennung kann das Filament ABS ohne Probleme wieder eingeschmolzen und auch wiederverwendet werden.

Generell sind beide Varianten, PLA und ABS, für 3D-Stifte geeignet. Einige Stifte besitzen sogar einen Schalter, um von PLA- auf ABS-Betrieb umschalten zu können. Bei anderen 3D-Stiften lässt sich die Betriebstemperatur dagegen mit einem Stellrad einstellen, so dass ebenfalls beide Varianten genutzt werden können.

Welche Funktionen besitzt ein guter 3D-Stift?

Eine verstellbare Geschwindigkeit ist bei einem 3D-Stift ganz wichtig, da bei filigraneren Arbeiten langsamer vorgegangen werden muss als bei gröberen Objekten. Über diese Funktion verfügen aber nahezu alle 3D-Stifte. Sehr unterschiedlich fallen dagegen die Aufheizzeiten aus: Sie betragen bei manchen Stiften bis zu fünf Minuten, bei anderen Modellen dagegen nur 30 Sekunden. Ein guter 3D-Stift sollte außerdem nicht zu schwer sein. Ein Eigengewicht von 50 Gramm vereinfacht die Handhabung enorm.

Die Pflege von 3D-Stiften

Zur Reinigung muss ein 3D-Stift zunächst entleert werden. Mithilfe einer Rücktaste lässt sich bei den meisten Modellen das restliche Filament leicht entfernen. Wenn die Filamentkammer ganz leer ist, kann sie mit warmem Wasser ganz einfach gesäubert werden.

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